Murrhardt 2026
Exakt 50 Musikerinnen und Musiker reisten bei Winterkälte nach Murrhardt, in das Zentrum des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald, um in der dortigen Jugendherberge zweieinhalb Tage lang intensiv zu proben: 17 Streicher, 19 Holzbläser, 11 Blechbläser und 3 Schlagwerker. Die Letztgenannten hatten nicht nur Pauken und große Trommel dabei, sondern auch ein erst kürzlich erstandenes chromatisches Glockenspiel, dessen klaviaturartig ange
ordnete Metallplättchen ab sofort das musikalische Spektrum des Orchesters um eine weitere Klangfarbe bereichern.
Worum ging es? Um Arbeit: Die Streicher erarbeiteten mit Karl Jenkins‘ Palladio ein für sie neues Werk, die Bläser probten den ersten Satz des Konzerts für Posaune und Blasorchester von Rimski-Korsakow, und das Gesamtorchester trat – nach getrennten Stimmproben – zusammen, um sich mit John Williams‘ berühmter Filmmusik zu „Star Wars“ auseinanderzuse
tzen. Dabei genügte es nicht, die Noten korrekt zu spielen, sondern wir feilten an der Rhythmik, an der Spieltechnik, an der Dynamik – vom Pianissimo einer zarten Melodie bis hin zum Fortissimo-Schlag –, an der Intonation, indem wir z.B. Akkorde behutsam Ton für Ton schichteten, und insbesondere an der Gestaltung des Ausdrucks.
Ja, es war Arbeit, zuweilen harte Arbeit, deren Ergebnis aber von Halbtag zu Halbtag mehr beglückte: Die Orchestermitglieder hörten mit der Zeit besser aufeinander, entwickelten ein besonderes Gespür fürs Zusammenspiel (Orchesterjargon: „zusammener“), sie übernahmen die musikalischen Gedanken anderer Stimmen, gaben sie weiter oder setzten etwas markant dagegen – sie nahmen teil an einem musikalischen Gespräch.
Miteinander gesprochen haben wir auch in nicht musikalischer Form: in allen Pausen, bei den regelmäßigen Mahlzeiten und beim ausgiebigen Spielen. Besonders beliebt waren Tischtennis, das traditionelle Abiturienten-Quiz, Basketball, Set, Skat, „Alle, die …“ und Werwolf. Und dass zwei Mittelstüfler den Schulleiter bei den Zubettgeh-Zeiten über den Tisch gezogen haben, gehörte auch dazu.
Wir alle danken unserem ehemaligen Abiturienten Lasse Silcher, Bratscher und inzwischen Lehramtsstudent der Fächer Mathematik und Geschichte, sehr dafür, dass er mitgewirkt, uns begleitet und tatkräftig unterstützt hat, und insbesondere Maria Sunten, der Musiklehrerin, Dirigentin, Organisatorin und guten Seele unseres Orchesters, die uns mit liebevoller Strenge anleitete, die im Anspruch nicht nachließ und gleichzeitig gelassen und nachsichtig blieb, wenn’s geboten war: DANKE!
Auf dem Rückweg am frühen Nachmittag eines schulfreien Samstags wärmte uns die Vorfrühlings-Sonne, wie passend!
Frank Martin Beck (Text), N.N. (Foto)
Murrhardt 2025
Dreieinhalb Tage lang musikalisch
arbeiten zu dürfen, das war ein Geschenk der Gesamtlehrerkonferenz an das Schulorchester mit Blick auf das Konzert zum 400-jährigen Jubiläum des Heilbronner Gymnasiums. 49 Schülerinnen und Schüler des THG waren an den vier Tagen nach den Weihnachtsferien statt im regulären Unterricht in der Murrhardter Jugendherberge, um ebenfalls unterrichtet zu werden: Maria Sunten, Dirigentin, Cheforganisatorin und gute Seele des Orchesters, schulte uns im Orchesterspiel – es war eine Schulung vom Feinsten.
Erster Schritt: Sein Instrument selbstständig zu stimmen, bedeutet nicht nur, ein Stimmgerät zu bedienen, sondern sein Gehör zu schärfen und sich darin zu üben, Tonhöhen zu vergleichen und entsprechend anzupassen.
Zweiter Schritt: Es ist mühsam, ein Musikstück zu erarbeiten, auch wenn es bereits bekannt ist. Denn es genügt nicht, etwas nachzuspielen, sondern Melodie-, Begleit- und Harmoniestimmen können nur zusammen den erforderlichen Klang erschaffen. Ungleich schwieriger ist die Arbeit, wenn ein Musikstück gar nicht bekannt ist. Wir durften uns bei der diesjährigen Orchesterfreizeit an die Vorbereitung einer Uraufführung wagen, sehr spannend!
Dritter Schritt: Wenn Töne, Rhythmus, Dynamik, Tempo und weitere Details stimmig sind, sollte auch noch eine musikalische Idee verfolgt und eine Stimmung erzeugt werden, die zur jeweiligen Musik passt und die Hörerinnen und Hörer zuberühren vermag.
Vierter Schritt: ein Durchlauf durch das gesamte Konzertprogramm am letzten Abend. Dabei wurden wir zwar durch einen Stromausfall jäh unterbrochen, aber schnell leuchteten einige Handys (s. Bild): Die Durchlaufprobe wich kurzerhand einem ausführlichen Ausblick auf die anstehenden Jubiläumsfeierlichkeiten und wurde am letzten Vormittag nachgeholt.
Mit großer Ernsthaftigkeit bereitete Frau Sunten das Orchester auf das Konzert vor: in der Sache klar und zielgerichtet, im Umgang heiter, geradezu liebevoll und mit viel Humor. Diese Haltung bewirkte - trotz der mit der Arbeit verbundenen Anstrengungen - ein gänzlich unbeschwertes Miteinander.
Daneben war noch Zeit für Gespräche, zum Austoben und Spielen. Danke allen Mitwirkenden, danke den Abiturientinnen und Abiturienten für die Gestaltung der Abende und einen ganz besonderen Dank an Maria Sunten - wir freuen uns über die erzielten Fortschritte und auf die nächsten Proben(wochenenden) sowie das Festkonzert am Samstag, dem 22.3.2025, um 16.45 Uhr in der Heilbronner Harmonie.
Frank Martin Beck (Text), Toni Fock (Kl. 5a), Maria Sunten, Angela Kachel (Fotos)